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Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik

Lehrkonzept des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik und -didkatik

Lehrkonzept

Das Studium Lehramt an Grundschulen an der Universität Würzburg umfasst im Bereich der Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik die drei Bereiche Grundschulpädagogik, Didaktik des Schriftspracherwerbs und Didaktik des Sachunterrichts.

Ziel der Lehre ist die Vermittlung fundierter fachwissenschaftlicher Grundlagen unter Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und ihrer Relevanz für die Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik (Aktuelle gesellschaftliche Themen in der Lehre). Diese werden mit praxisnahen Erfahrungen verknüpft und im Hinblick auf schulisches Handeln reflektiert (Theorie-Praxis-Verzahnung). Zugleich werden die Studierenden an forschungsbasiertes Arbeiten sowie an die Rezeption und Einordnung empirischer Erkenntnisse herangeführt (forschungsbasierter Zugang). Unterstützt wird dies durch vielfältige Beratungs- und Begleitangebote im Studienverlauf (Beratungs- und Unterstützungssysteme). Didaktisch steht insbesondere situiertes und forschendes Lernen im Mittelpunkt. Praxisphasen wie Intensivpraktika, die Mitarbeit in Forschungsprojekten, die Analyse von Lehr- und Lernmaterialien sowie der Einsatz von (Unterrichts-)Videographien fördern die Verknüpfung von Theorie, Forschung und schulischer Praxis. Einzelne Lehrprojekte werden zudem interdisziplinär und universitätsübergreifend realisiert (Interdisziplinarität).

Theorie und Praxis werden als sich ergänzende Perspektiven auf Lehren und Lernen in der Grundschule verstanden. Ziel der Lehrveranstaltungen ist es, theoretische Inhalte im Hinblick auf schulische Praxis zu reflektieren und zugleich Praxiserfahrungen auf Grundlage theoretischer und empirischer Erkenntnisse einzuordnen. Dieser Anspruch wird in den Seminaren unter anderem durch die Einbindung von Praxismaterialien, die Analyse von Videovignetten sowie durch Einblicke in Unterrichtssituationen umgesetzt. Sichtbar wird dies in Angeboten wie der Uni-Klasse, dem IDA-Praktikum und dem Netzwerk Lehrkräftebildung.

In ausgewählten Seminaren entwickeln Studierende zudem eigene Unterrichtsmaterialien, die anschließend der Schulpraxis zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise über den digitalen Bücherschrank. Ergänzend werden zentrale Core Practices des Grundschulunterrichts vermittelt und eingeübt, um eine fundierte Grundlage für professionelles unterrichtliches Handeln zu schaffen.

Die Lehre orientiert sich an aktuellen gesellschaftlichen Transformationsprozessen, die auch für die Grundschule von zentraler Bedeutung sind. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf einem inklusiven Verständnis von Grundschule als Schule für alle Kinder. Entsprechend greifen Lehrveranstaltungen u.a. Themen wie inklusiven Schriftspracherwerb, mehrsprachigkeitssensiblen Unterricht, den professionellen Umgang mit Rassismus in der Grundschule sowie demokratiepädagogische Partizipation auf.

Darüber hinaus werden der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Grundschule im Kontext von Digitalisierung und informatischer Bildung reflektiert. In diesem Zusammenhang werden auch Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz in ihrer Bedeutung für das Lehren und Lernen in der Grundschule thematisiert.

Im Studium der Grundschulpädagogik und -didaktik wird ein forschungsbasierter Zugang zu grundschulpädagogischen und grundschuldidaktischen Inhalten systematisch angebahnt. Ausgehend vom Ziel, eine forschende Haltung als integralen Bestandteil professioneller Handlungskompetenz angehender Grundschullehrkräfte zu entwickeln, erhalten die Studierenden Einblicke in zentrale Ansätze und Methoden der empirischen Grundschulforschung. Dies umfasst zum einen die Rezeption aktueller Forschungsergebnisse sowie deren kritische Analyse und reflektierte Einordnung in bestehende Diskurse. Zum anderen wird den Studierenden im Rahmen ihrer Zulassungsarbeit die Möglichkeit eröffnet, eigene Fragestellungen zu entwickeln und diese eigenständig mit empirischen Methoden zu bearbeiten.

Den Studierenden stehen am Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik differenzierte Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Verfügung, die sie in unterschiedlichen Phasen ihres Studiums bei organisatorischen sowie inhaltlichen Herausforderungen begleiten. Bereits vor Studienbeginn können sich Studieninteressierte mit ihren Anliegen an die Studienberatung  wenden; diese fungiert auch im weiteren Studienverlauf als zentrale Anlaufstelle, beispielsweise bei Fragen zu Studienorganisation oder im Falle eines Fächerwechsels.

Im Hinblick auf fachliche, didaktische und forschungsbezogene Aspekte werden die Studierenden durch Angebote der Studienwerkstatt sowie der Forschungswerkstatt  unterstützt. Ergänzend stehen online verfügbare Erklärvideos  zur Verfügung, die zentrale Inhalte adressatengerecht aufbereiten.

In der Abschlussphase des Studiums erhalten die Studierenden im Rahmen spezifischer Lehrveranstaltungen zum Staatsexamen gezielte Unterstützung bei der Vorbereitung auf die mündlichen und schriftlichen Prüfungsformate im Bereich der Grundschulpädagogik.

Interdisziplinarität

Das Lehrkonzept des Lehrstuhls ist eng an den Leitgedanken der Interdisziplinarität angebunden. Diese wird als zentrale Voraussetzung für die Weiterentwicklung grundschulpädagogischer und -didaktischer Fragestellungen verstanden, da fachliche Innovationen maßgeblich aus dem Austausch mit benachbarten Disziplinen hervorgehen. Entsprechend kommt interdisziplinären Perspektiven sowohl für die Lehre als auch für die Forschung eine besondere Bedeutung zu.

Vor diesem Hintergrund werden ausgewählte Projekte interdisziplinär und universitätsübergreifend realisiert. Dazu zählen Kooperationen u.a. im Bereich der MINT-Bildung im Rahmen des MINT-Zentrums sowie im Bereich der Informatik (Ute Schmid / Universität Bamberg), die Zusammenarbeit in der Uni-Klasse mit der TU Chemnitz (Sarah Lange / TU Chemnitz) sowie Kooperationen in Lehre und Forschung mit dem Lehrstuhl für Pädagogik bei Geistiger Behinderung (Christoph Ratz / Universität Würzburg).

Durch diese Vernetzungen werden unterschiedliche fachliche Perspektiven systematisch integriert und für die Weiterentwicklung von Forschung und Lehre im Bereich der Grundschulpädagogik fruchtbar gemacht.