Intern
Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik

Forschung

Laufende Forschungsprojekte

Projektteam

Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik, Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

Prof. Dr. Sanna Pohlmann-RotherDr. Caroline Jacobi-TheurerTina Jocham, Lena Schäfer

Projektlaufzeit

2025 - 2029

Kurzbeschreibung

In einer zunehmend digital-vernetzten Welt gehen bereits Kinder im frühen Grundschulalter mit verschiedenen digitalen Endgeräten um. Digitalisierung und Mediatisierung stellen einen Transformationsprozess für (unterrichtliches) Lernen dar, was auch Konsequenzen für die Gestaltung von Lehr-Lernangeboten in der Grundschule hat (z.B. Irion, Peschel & Schmeinck, 2023; SWK, 2022). Um Schüler:innen auf die Anforderungen in einer digital-vernetzen Welt adäquat vorzubereiten, kommt der Förderung von Digitalkompetenzen eine zentrale Bedeutung zu. Der Begriff der Digitalkompetenz stellt eine Neben- bzw. Weiterentwicklung zu den Begriffen Medienkompetenz bzw. Medienbildung dar, die sich aus der Medienpädagogik herausgebildet haben (Tulodziecki, 2015; Tulodziecki, Herzig & Grafe, 2021). Was genau unter Digitalkompetenzen im Grundschulalter verstanden wird, ist bislang aber ebenso wenig geklärt wie die Frage nach der Messung dieser Kompetenzen.

Um curriculare Anpassungen und Interventionsansätze in diesem Bereich evaluieren zu können, sind standardisierte Messinstrumente erforderlich, damit Wirkungen entsprechender Maßnahmen beurteilt werden können. Zwar existieren theoretische Ansätze zur Konzeptualisierung digitalbezogener Kompetenzen (KMK, 2016; 2021; Vuorikari et al., 2022), die teilweise auch als Kompetenzerwartungen formuliert werden (Medienberatung NRW, 2020). Diese sind aber bislang eher normativ gesetzt, denn empirisch gestützt.

Hier setzt das Projekt Digit.El (Digital Competencies in Elementary School Age) an: Es zielt darauf ab, Elementare Digitalkompetenzen im Grundschulalter begrifflich zu schärfen, zu operationalisieren und zu messen. Das Vorhaben ist langfristig und interdisziplinär angelegt und stützt sich in mehreren Teilstudien auf ein mehrschrittiges mixed-method Vorgehen.

Die erste Teilstudie widmet sich der Bewertung von Online-Inhalte. Auf Grundlage eines theoretischen Rahmens und mehreren qualitativen Validierungsschritten wurden multimodale Testaufgaben entwickelt, die in einer Hauptstudie empirisch validiert wurden (= 630). Die Ergebnisse zeigen beispielsweise, dass Dritt- und Viertklässler:innen Schwierigkeiten haben, Täuschungen (z. B. Phishing oder Clickbait) oder Persönlichkeitseingriffe (z.B. Bots) zu entdecken und zu bewerten. 

In der zweiten Teilstudie werden Fragen zu Kompetenzen im Bereich Datenschutz und Sicherheit im Netz bearbeitet. Ergebnisse einer qualitativen Vorstudie lassen einige Kenntnisse der befragten Dritt- und Viertklässler:innen zum sicheren Umgang mit digitalen Medien erkennen (beispielsweise zu Themen wie Passwortsicherheit oder Öffentlichkeit eines Profils), allerdings spiegelt sich das in einer Interviewsituation geäußerte Wissen nicht durchgängig auf einer Handlungsebene wider, was insgesamt auf mangelnde Kompetenzen hindeutet. Die im qualitativen Setting erhobenen Daten wurden in Items überführt, pilotiert (n = 200) und in einer Hauptstudie empirisch validiert (n = 600). 

Es sind weitere Teilstudien zu den Kompetenzbereichen Gestalten und Präsentieren, Informatik (inkl. künstlicher Intelligenz), Medienanalyse sowie Kommunizieren und Kooperieren geplant.

Projektbezogene Publikationen und Vorträge

Theurer, C. & Biermann, A. (eingereicht). >Ja, ich weiß, aber…< Zum privacy paradox im Grundschulalter. In S. Nonte, Ch. Reintjes, E. Grommé, T. Kaiser & J. Schlöpker (Hrsg.), Wissenstransfer zwischen Bildungsforschung, Bildungspraxis und Lehrer*innenbildung.

Theurer, C. & Pohlmann-Rother, S. (2024). Kompetenzen von Grundschulkindern im Bereich Datenschutz. Vortrag auf der 88. Tagung der Arbeitsgruppe für Empirische Pädagogische Forschung, September 2024, Osnabrück.

Biermann, A. & Theurer, C. (2024). Ja, ich weiß, aber… Zum privacy paradox im Grundschulalter. Poster auf der 88. Tagung der Arbeitsgruppe für Empirische Pädagogische Forschung, September 2024, Osnabrück (prämiert mit dem Waxmann-Posterpreis). Zum Poster

Theurer, C., Jocham, T. & Pohlmann-Rother, S. (2024). Digitalkompetenzen von Grundschulkindern. Was wissen und können Grundschulkinder im Bereich Datenschutz? Vortrag auf dem Kongress der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF), 19. März 2024, Potsdam.

Theurer, C., Jocham, T. & Pohlmann-Rother, S. (2024). Digitalkompetenzen von Grundschulkindern. Unfassbar und vermessen?! Zeitschrift für Medienpädagogik, 57, 165195. https://doi.org/10.21240/mpaed/57/2024.04.30.X

Pohlmann-Rother, S., Carolus, A., Theurer, C. & Jocham, T. & (2022). Digitalkompetenzen von Grundschulkindern. Unfassbar und vermessen?! Poster präsentiert auf der 86. Tagung der Arbeitsgruppe für Empirische Pädagogische Forschung (prämiert mit dem Waxmann-Posterpreis). Zum Poster

Caroline Theurer im Interview als eine der Posterpreisgewinner*innen der AEPF 2022. 1. Newsletter der AEPF. Verfügbar unter https://aepf-info.webnode.page/newsletter/

Verwendete Literatur

Irion, Th, Peschel, M. & Schmeinck, D. (2023). Grundlegende Bildung in der Digitalität. Was müssen Kinder heute angesichts des digitalen Wandels lernen? In Th. Irion, M. Peschel & D. Schmeinck (Hrsg.), Grundschule und Digitalität. Grundlagen, Herausforderungen, Praxisbeispiele (S. 18-42). Frankfurt am Main: Grundschulverband.

Kultusministerkonferenz (KMK) (2016). Bildung in der digitalen Welt. Strategie der Kultusministerkonferenz vom 08.12.2016 in der Fassung vom 07.12.2017. https://www.kmk.org/fileadmin/pdf/PresseUndAktuelles/2018/Digitalstrategie_2017_mit_Weiterbildung.pdf.

Kultusministerkonferenz (KMK) (2021). Lehren und Lernen in der digitalen Welt: Ergänzung zur Strategie der Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“ (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 09.12.2021). https://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2021/2021_12_09-Lehren-und-Lernen-Digi.pdf.

Medienberatung NRW (2020). Medienkompetenzrahmen NRW. https://medienkompetenzrahmen.nrw/fileadmin/pdf/LVR_ZMB_MKR_Broschuere.pdf.

Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) (2022). Digitalisierung im Bildungssystem: Handlungsempfehlungen von der Kita bis zur Hochschule. Zusammenfassung. https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/KMK/SWK/2022/SWK-2022-Gutachten_Digitalisierung_Zusammenfassung.pdf.

Tulodziecki, G. (2015). Dimensionen von Medienbildung: Ein konzeptioneller Rahmen für medienpädagogisches Handeln. MedienPädagogik, 31-49. https://doi.org/10.21240/mpaed/00/2015.06.05.X

Tulodziecki, G., Herzig, B. & Grafe, S. (2021). Medienbildung in Schule und Unterricht: Grundlagen und Beispiele (3. durchgesehene und aktualisierte Auflage). Bad Heilbrunn: UTB; Klinkhardt, Julius.

Vuorikari, R., Kluzer, S. & Punie, Y. (2022). DigComp 2.2: The Digital Competence Framework for Citizens: With new examples of knowledge, skills and attitudes. Luxemburg: Publications Office of the European Union. https.//doi.org/10.2760/115376

Projektteam

Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik, Universität Würzburg:

Dr. Caroline Theurer, Dr. Daniel ThenProf. Dr. Sanna Pohlmann-Rother

Projektlaufzeit

seit 2024

Kurzbeschreibung

Die Förderung der Schreibkompetenz ist ein bedeutendes Bildungsziel, welches in der Grundschule einen hohen Stellenwert einnimmt. Als wichtiger Indikator für Schreibkompetenz gilt die Qualität der Texte. Wie Textqualität konzeptualisiert und operationalisiert wird, variiert im Forschungsdiskurs jedoch stark (Blatt et al., 2009; Kruse et al., 2012; Müller & Busse, 2023). Gleichzeitig ist die Erfassung von Textqualität aufgrund der Vielschichtigkeit des Konstrukts überaus komplex (Becker-Mrotzek et al., 2014) – v.a. im Anfangsunterricht mit seiner stark heterogenen Schülerschaft. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde die Erfassung von Textqualität im Anfangsunterricht in der Forschung bislang nur wenig fokussiert (Kürzinger, 2017). Eine Ausnahme bildet die Studie NaSch1 („Narrative Schreibkompetenz in Klasse 1“; Pohlmann-Rother, Schoreit & Kürzinger, 2016), in der theoriegeleitet Qualitätskriterien für SchülerInnentexte im Anfangsunterricht definiert und 540 Erstklasstexten entlang dieser Kriterien ausgewertet wurden.

Mit Blick auf die Unterrichtspraxis stellt sich die Frage, ob und wie eine solche kriteriengeleitete Auswertung pädagogisch sinnvoll und zeitökonomisch in den Unterrichtsalltag implementiert werden und die Unterrichtsgestaltung bereichern kann. Der Ausbau und die breite Verfügbarkeit KI-gestützter Systeme eröffnen hier bedeutende Potenziale (Chiu et al., 2023). So können KI-Systeme zum einen Grundschullehrkräfte bei der aufwändigen Bewertung der Textqualität potenziell entlasten. Zum anderen ist denkbar, dass KI-basierte Systeme den SchülerInnen im Schreibprozess passgenaues Feedback zur Qualität ihrer Schreibprodukte geben (Kasneci et al., 2023).

Das Ziel des vorliegenden Projekts ist zu analysieren, inwieweit KI-gestützte Systeme für beide Aufgaben – Unterstützung der Lehrkraft (Teilstudie 1) und Begleitung der SchülerInnen (Teilstudie 2) – tatsächlich Potenziale bieten, und zwar bereits ab Schuleintritt.

In der quantitativen Teilstudie zum Projekt (Teilstudie 1) rücken Large Language Modelle (LLMs) in den Fokus. So bieten LLMs vielfältige Möglichkeiten zur automatisierten Bewertung von Individualleistungen, die Lehrkräfte entlasten und zu einer validen Erfassung der Textqualität beitragen können (Meyer et al., 2024). Es ist jedoch unklar, inwieweit dies auch für die Textbewertung bei Grundschulkindern mit ihren spezifischen Voraussetzungen gilt. Daher wird in der vorliegenden Teilstudie untersucht, inwieweit und in welchen Bereichen ein LLM Potenziale bietet, um die Qualität von Erstklasstexten zu bewerten. Die Datenbasis bilden die Erstklasstexte (n=540), die im Rahmen der Nasch1-Studie entstanden sind (Pohlmann-Rother et al., 2016). Die Texte sowie die Bewertungskriterien aus NaSch1 werden in ein gängiges LLM (ChatGPT; Open AI, 2025) eingegeben und das LLM zur holistischen Einschätzung der Texte entlang dieser Kriterien aufgefordert. Die Daten des menschlichen, kriteriengeleiteten Auswertungsprozesses sowie der holistischen Beurteilung werden anschließend als benchmark genutzt, um zu prüfen, ob und inwieweit die automatisieren Auswertungen mit den menschlichen Ratings vergleichbar sind. Die Auswertungen erfolgen mittels Korrelationsanalysen sowie der Berechnung von Übereinstimmungsmaßen (Cohens Kappa, G-Koeffizient). Anschließend wird eine kriteriengeleitete Auswertung der Textprodukte mittels des LLM durchgeführt, um im Abgleich mit den menschlichen Ratings spezifische Unterschiede in einzelnen Domänen der Textqualität transparent zu machen. Abschließend wird geprüft, ob, wie und in wie vielen Schritten die Auswertung sukzessive geschärft werden kann, um die Übereinstimmung mit den menschlichen Ratings zu erhöhen.

In der qualitativen Teilstudie zum Projekt (Teilstudie 2) rückt die Frage ins Zentrum, welche Potenziale KI-gestützte Lehr-Lern-Systeme bieten, um GrundschülerInnen im Schreibprozess zu unterstützen. Hierfür werden die Texte der NaSch1-Studie in spezifische, KI-gestützte Lehr-Lern-Applikationen (fobizz, fiete) mit Feedbackfunktion für SchülerInnen eingegeben. Das Feedback der KI-Systeme wird anschließend mittels inhaltsanalytischer Verfahren auf seinen Informationsgehalt (Kürzinger & Pohlmann-Rother, 2019) hin eingeschätzt. Zudem wird die Art des Feedbacks (Hattie & Timperley, 2007) bestimmt. Die Ergebnisse sollen Hinweise darauf geben, wie elaboriert das Feedback etablierter KI-gestützter Lehr-Lern-Systeme für GrundschülerInnen im schriftsprachlichen Anfangsunterricht ausfällt und zur Förderung der Textqualität beitragen kann.

Projektbezogene Publikationen und Vorträge

Theurer, C., Then, D., & Pohlmann-Rother, S. (2025). AI-based assessment of text quality in early primary school. Vortrag auf der Biannual Conference der European Association for Research on Learning and Instruction (EARLI) zum Thema “Realising Potentials through Education: Shaping the Minds and Brains for the Future”, Universität Graz, 25.-29.08.2025.

Verwendete Literatur

Becker-Mrotzek, M., Grabowski, J., Jost, J., Knopp, M., & Linnemann, M. (2019). Adressatenorientierung und Kohärenzherstellung im Text. Zum Zusammenhang kognitiver und sprachlicher realisierter Teilkompetenzen von Schreibkompetenz. Didaktik Deutsch19(37), 21–43.

Blatt, I., Ramm, G., & Voss, A. (2009). Modellierung und Messung der Textkompetenz im Rahmen einer Lernstandserhebung in Klasse 6 (2008). Didaktik Deutsch14(26), 54–81.

Chiu, T. K. F., Xia, Q., Zhou, X., Chai, C. S., & Cheng, M. (2023). Systematic literature review on opportunities, challenges, and future research recommendations of artificial intelligence in education. Computers and Education: Artificial Intelligence, 4, 100118.

Hattie, J., & Timperley, H. (2007). The Power of Feedback. Review of Educational Research, 77(1), 81–112.

Kruse, N., Reichardt, A., Herrmann, M., Heinzel, F., & Lipowsky, F. (2021). Zur Qualität von Kindertexten. Entwicklung eines Bewertungsinstruments in der Grundschule. Didaktik Deutsch17(32), 87–110.

Kasneci, E., Sessler, K., Küchemann, S., Bannert, M., Dementieva, D., Fischer, F. et al. (2023). ChatGPT for good? On opportunities and challenges of large language models for education. Learning and Individual Differences, 103, 102274.

Kürzinger, A. (2017). Unterrichtliche Determinanten der Schreibkompetenz in der Primarstufe – Wie wirken sich Aufgabenstellung und individuelle Lernunterstützung auf die Textqualität im Anfangsunterricht aus? FIS Bamberg.

Kürzinger, A., & Pohlmann-Rother, S. (2015). Möglichkeiten einer objektiven und reliablen Bestimmung von Textqualität im Anfangsunterricht. Methodisches Vorgehen und deskriptive Befunde aus dem Projekt NaSch1. Didaktik Deutsch20(38), 60–79.

Kürzinger, A., & Pohlmann-Rother, S. (2019). Niedrig und mittel inferente Kodierung: Feedback im Schreibunterricht. In F. Lipowsky, M. Hess & A.-K. Denn (Hrsg.), Dokumentation der Erhebungsinstrumente des Projekts „Persönlichkeits- und Lernentwicklung von Grundschulkindern“ (PERLE) – Teil 4. In M. Hess, A.-K. Denn & F. Lipowsky (Hrsg.), Technischer Bericht zu den PERLE-Videostudien. Band 2: Beobachtungssysteme zur Beschreibung und Qualität von Grundschulunterricht (S. 387–403). DIPF.

Meyer, J, Jansen, T., Schiller, R., Liebenow, L. W., Steinbach, M., Horbach, A., & Fleckenstein, J. (2024).  Using LLMs to bring evidence-based feedback into the classroom: AI-generated feedback increases secondary students’ text revision, motivation, and positive emotions. Computers and Education: Artificial Intelligence, 6, 100199.

Müller, N., & Busse, V. (2023). Herausforderungen beim Verfassen von Texten in der Sekundarstufe – Eine differenzielle Untersuchung nach Migrationshintergrund und Familiensprachen. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft26(4), 921–947.

OpenAI (2025). ChatGPT (version 5) [Large language model]. https://chat.openai.com/

Pohlmann-Rother, S., Schoreit, E., & Kürzinger, A. (2016). Schreibkompetenzen von Erstklässlern quantitativ-empirisch erfassen—Herausforderungen und Zugewinn eines analytisch-kriterialen Vorgehens gegenüber einer holistischen Bewertung. Journal for educational research online8(2), 107–135.

Projektleitung

Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik, Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

Prof.'in Dr. Sanna Pohlmann-Rother

Lehrstuhl für Pädagogik bei Geistiger Behinderung, Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

Prof. Dr. Christoph Ratz

Drittelmittelförderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Projektlaufzeit

Seit 2020

ProjektmitarbeiterInnen

Lehrstuhl für Pädagogik bei Geistiger Behinderung, Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

Henrik Frisch

Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Didaktik, Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

Julia Warmdt 

Dr. Katharina Kindermann

Kurzbeschreibung

Im interdisziplinär angelegten Arbeitspaket 4 (CoTeach) werden grundschulpädagogische und sonderpädagogische Perspektiven miteinander verbunden und Fragestellungen verfolgt, die sich in der medienpädagogischen Praxisforschung verorten lassen. Als Handlungsfelder stehen medienpädagogische Ausbildungsinhalte in der universitären Lehrkräftebildung sowie grundschulspezifische mediendidaktische Lernarrangements im inklusiven Anfangsunterricht im Fokus. Verbindender gemeinsamer Lerngegenstand ist das Digital Storytelling, das in der multimedialen Rezeption und Produktion von Geschichten (Contini et al.,  2015) zentrale medien-, literatur- und sprachdidaktische Elemente miteinander vereint (Pompe et al., 2020).

1. Förderung medienpädagogischer Kompetenzen im Rahmen der Lehrkräftebildung für Inklusion

Im Rahmen der Lehrkräftebildung stehen die medienpädagogischen Kompetenzen der Studierenden des Lehramts an Grundschulen sowie der Sonderpädagogik im Fokus. In interdisziplinär angelegten universitären Lehrveranstaltungen erhalten Studierende die Gelegenheit, innovative digitale Lehr-Lernsettings im schriftsprachlichen Anfangsunterricht zu gestalten und zu reflektieren. Die Seminarteilnehmer*innen erstellen in Kleingruppen digitale Bilderbücher, die ein möglichst großes Potential zur Differenzierung enthalten und die Schüler*innen im Sinne eines Digital Storytellings zu einem Mit- und Weitererzählen der Geschichte in verschiedenen Repräsentationsmodi (Schrift, Audio, Bild, Video) anregen sollen.

Das Seminarangebot wird wissenschaftlich begleitet. Vor und nach der Lehrveranstaltung werden die Seminarteilnehmer*innen zu ihren medienpädagogischen Überzeugungen, ihren Selbstwirksamkeitserwartungen sowie ihrer Motivation zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht mittels Fragebogen befragt und mögliche Veränderungen zentraler Facetten ihrer medienpädagogischen Kompetenz (Tiede, 2020) verfolgt. Zusätzlich bearbeiten die Studierenden seminarbegleitend ein Lerntagebuch und geben so Einblicke in ihre Lernprozesse während verschiedener Arbeitsphasen des Seminars. Das Datenmaterial wird mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet (Mayring & Fenzl 2019).

2. Inklusiv-digitale Unterrichtsplanung und -durchführung

Für die schulische Praxis wird gemeinsam mit Studierenden des Lehramts an Grundschulen und der Sonderpädagogik ein Unterrichtsprojekt zum Digital Storytelling zur Förderung der sprachlichen, literarischen und medialen Kompetenzen aller Schülerinnen und Schüler konzipiert, in der Praxis erprobt und in einem iterativen Prozess weiterentwickelt. Hierbei werden den Schüler*innen Möglichkeiten zur Rezeption eines digitalen Bilderbuchs sowie Impulse zur multimodalen Produktion angeboten. Durch das digital gestützte Unterrichtsangebot werden damit Lerngelegenheiten offeriert, die neben fachlichen Zielen auch die Medienkompetenz aller Schülerinnen und Schüler in inklusiven Grundschulklassen fördern können.

Das inklusiv-digitale Unterrichtskonzept zum Digital Storytelling wird in der Planung und Durchführung unter zwei Perspektiven beforscht: Zum einen wird die Partizipation der Schüler*innen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung im gemeinsamen Unterricht fokussiert und analysiert, unter welchen Bedingungen und in welcher Weise alle Lernenden an dem inklusiv-digitalen Lehr-Lern-Setting teilhaben und sich beteiligen können (Heimlich, 2018). Zum anderen steht das Potenzial zur kognitiven Aktivierung aller Schüler*innen im Vordergrund. Es wird der Frage nachgegangen, wie die Kinder - neben der sozialen Partizipation und Teilhabe - auch zu einer kognitiven Auseinandersetzung mit den Lerninhalten angeregt werden können (Leuders & Holzäpfel, 2011). Zur Beantwortung dieser Fragestellungen wird der Unterricht videografiert und mithilfe von Schätzskalen und kodierender Beobachtung ausgewertet.

Contini, A., Bertolini, C., Manera, L., Martin, I., Schlemmer, D., Kiefer, M. et al. (2018). Guidelines for Digital Storytelling in Early Childhood Education. Zugriff am 11.05.2021. Verfügbar unter: https://ec.europa.eu/programmes/erasmus-plus/project-result-content/fede56b0-7a42-4bde-9b4d-463871c653c2/GUIDELINE_English%20language.pdf.

Heimlich, U. (2018). Inklusion und Qualität in Schulen - die Qualitätsskala zur inklusiven Schulentwicklung (QU!S). In F. Hellmich, G. Görel & M. F. Löper (Hrsg.), Inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung. Vom Anspruch zur erfolgreichen Umsetzung (S. 13–25). Stuttgart: Kohlhammer Verlag.

Leuders, T. & Holzäpfel, L. (2011). Kognitive Aktivierung im Mathematikunterricht. Unterrichtswissenschaft, 39, 213–230.

Mayring, P. & Fenzl, T. (2019). Qualitative Inhaltsanalyse. In N. Baur & J. Blasius J. (Hrsg.), Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung (S. 633-648). Wiesbaden: Springer VS.

Pompe, A., Spinner, K. & Ossner, J. (2020). Deutschdidaktik Grundschule. Eine Einführung (Bd. 61, Grundlagen der Germanistik). Berlin: Erich Schmidt Verlag.

Tiede, J. (2020). Media-related Educational Competencies of German and US Preservice Teachers. A Comparative Analysis of Competency Models, Measurements and Practices of Advancement. MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung. Verfügbar unter: https://doi.org/10.21240/mpaed/diss.jt.X.

Projektteam

Prof. Dr. Sarah Désirée Lange (Projektleitung)

Prof. Dr. Sanna Pohlmann-Rother (Mitverantwortliche)

Anna Plohmer (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)

Dr. Seyat Polat (Wissenschaftlicher Mitarbeiter in DFG-BLUME III-R)

Dr. Zahia Alhallak (Wissenschaftliche Mitarbeiterin in DFG-BLUME IV-M)

Theresa Zdzieblo (Studentische Hilfskraft)

 

Überblick über die Studien

BLUME I-Fragebogenstudie

Fragebogenstudie zu den ÜBerzeugungen von GrundschulLehrkräften zum Umgang mit MEhrsprachigkeit

DFG BLUME II-Vignettenstudie

Vignettenstudie zu den ÜBerzeugungen von GrundschulLehrkräften zum Umgang mit MEhrsprachigkeit

Projektteam

Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik, Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

Dr. Katharina Kindermann, Dr. Caroline Jacobi-Theurer, Prof. Dr. Sanna Pohlmann-Rother

Lehrstuhl Fachdidaktik – Moderne Fremdsprachen, Julius-Maximilians-Universität Würzburg:

Nadine Krüger, Julia Fromm, Prof. Dr. Maria Eisenmann

Projektlaufzeit

seit 2022

Finanzierung

Anschubfinanzierung durch das Human Dynamics Centre (01/2023 – 06/2023)

Kurzbeschreibung

StoryTimE ("Digital Storytelling mit dem Tablet im Englischunterricht der Grundschule") ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Grundschulpädagogik und -didaktik mit dem Lehrstuhl für Fachdidaktik - Moderne Fremdsprachen. Ausgehend von einem Verständnis von Unterricht als Ko-Konstruktion des Handelns von Lehrkräften und Schüler*innen in Bezug auf einen Unterrichtsgegenstand (Praetorius & Kleickmann, 2022) wird die konstruktive Lernunterstützung als Prozessmerkmal (Pohlmann-Rother, Kürzinger & Lipowsky, 2018) im digital gestützten Englischunterricht der Grundschule aus fachdidaktischer sowie grundschul- und mediendidaktischer Perspektive untersucht. Damit werden im Projekt Befunde zur Prozessqualität von Unterricht aus der empirischen Unterrichtsforschung mit Erkenntnissen aus der Forschung zum Technology-Enhanced Teaching (TET) verbunden. Digitale Medien werden als Bestandteile eines komplexen Lehr-Lernarrangements aufgefasst, wobei die mediierende Rolle der Lehrkraft berücksichtigt wird (Scheiter, 2021). Als unterrichtspraktisches Beispiel dient das Digital Storytelling, dessen didaktisches Konzept das Rezipieren und Produzieren von Geschichten in einer Kombination aus verschiedenen Darstellungsmodi umfasst (Contini et al., 2018). Als mobiles Endgerät für die Umsetzung des Digital Storytellings bietet sich das Tablet an, das verschiedene Darstellungsformen, Steuerungsarten und Ablaufstrukturen zulässt (Bastian & Kolb, 2020).

Im Projekt wird untersucht, wie sich die Lernunterstützung durch die Lehrkraft in ihrer Art, Häufigkeit und Qualität beim Digital Storytelling mit dem Tablet im Englischunterricht der Grundschule charakterisieren lässt und welche Rolle das Tablet in diesen Interaktionsprozessen spielt. Um die Forschungsfragen zu beantworten, wird eine für das Projekt entwickelte Unterrichtsreihe zum Digital Storytelling („It's storytime – Let’s create our own digital fairy tale“) im Englischunterricht der 4. Jahrgangsstufe durchgeführt und anhand von Unterrichtsvideos analysiert.

Publikationen und Vorträge

Publikationen

Theurer, C., Eisenmann, M., Kindermann, K. & Pohlmann-Rother, S. (2024). English Language Learning in Elementary School by Means of Digital Storytelling. The StoryTimE-ProjectChildren’s Literature in English Language Education, Vol. 12, Iss.2, 41-56. (HDC-Förderung)

Kindermann, K., Fromm, J., Theurer, C. & Krüger, N. (2024). Multimediales Geschichtenerzählen im frühen Fremdsprachenunterricht. In B. Brandt & L. Bröll  (Hg.). Digitales Lernen in der Grundschule IV,  Münster, 195-206. (HDC-Förderung)

Theurer, C., Kindermann, K., Fromm, J. & Krüger, N. (2024). Das StoryTimE-Projekt – Ergebnisse einer Pilotstudie zur Rolle des Feedbacks im digital gestützten Englischunterricht. In A. Flügel u.a. (Hg.). Grundschulforschung meets Kindheitsforschung. Jahrbuch Grundschulforschung. Band 28, Berlin, 451-456. (HDC-Förderung)

Kindermann, K., Theurer, C., Fromm, J. & Krüger, N. (2024). It’s storytime: Ein digitales Märchenprojekt für den Englischunterricht in der Grundschule. Würzburg: OPUS. https://doi.org/10.25972/OPUS-35304

Vorträge

Kindermann, K., Theurer, C. & Pohlmann-Rother, S. (2025). Analysis of Multimedia Student Products in Early Foreign Language Teaching – An Interdisciplinary Approach Regarding Media and Creative Design
Talk held at the ECER, September 2025, University of Belgrade, Serbia.

Theurer, C., Kindermann, K., Eisenmann, M., Fromm, J., Krüger, N. & Pohlmann-Rother, S. (2024). EFL learning in elementary school by means of digital storytelling: The StoryTimE-project. Talk held at the Conference on Reading for in-depth English Learning (RidEL), May 2024, Bodo, Norway.

Kindermann, K., Theurer, C., Fromm, J. & Krüger N. (2023). StoryTimE – Digital Storytelling mit dem Tablet im Englischunterricht der Grundschule. Vortrag auf der Tagung der DGfE-Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe, September 2023, Siegen.

Kindermann, K., Fromm, J., Krüger N. & Theurer, C. (2023). Lernunterstützung durch das Tablet im Englischunterricht der Grundschule aus grundschulpädagogischer und fachdidaktischer Perspektive. Vortrag beim 4. Symposium „Lernen digital: Fachliche Lernprozesse im Elementar- und Primarbereich anregen“, März 2023, Chemnitz.

Kindermann, K., Ade, L., Theurer, C. & Pohlmann-Rother, S. (i.E.). Medienpädagogische Professionalisierung in der Uni-Klasse Würzburg. Lehramtsstudierende erproben Tablet-gestützten Unterricht. In Bezugsnotwendigkeiten der Grundschule. Pädagogik und Fachdidaktik in der Grundschulbildung. Jahrbuch Grundschulforschung. Band 29.

Kindermann, K., Ade, L., Theurer, C. & Pohlmann-Rother, S. (2025). Die Uni-Klasse als Raum für produktives Scheitern. In L. Mrohs u.a. (Hg.). Digitales Lehren und Lernen an der Hochschule. Strategien – Bedingungen – Umsetzung, Bielefeld, 337-342.

Ade, L., Kindermann, K., Theurer, C. & Pohlmann-Rother, S. (2024). Die Reise der Kakaobohne - Grundschulunterricht im Schnittfeld von BNE und Digitalisierung. Grundschule aktuell, Heft 166, 38-41.

Ade, L. & Pohlmann-Rother, S. (2021). Lehramtsstudierende gestalten Erklärvideos für Grundschulkinder: Potenziale und Herausforderungen während der Corona-Pandemie im Projekt PLUS@Wü. Ludwigsburger Beiträge zur Medienpädagogik, Heft 21, 1-12. https://doi.org/10.21240/lbzm/21/24

Lorenscheit, L., Maier-Graf, A., Then, D., Dumbacher, V. & Pohlmann-Rother, S. (2025). Inklusiv - digital - adaptiv. Das IDA-Praktikum an der Universität Würzburg. Grundschule aktuell, 170, 33-36.

Lange, S., Pohlmann-Rother, S., Then D. & Ade, L. (2023). Medienpädagogische Professionalisierung Herausforderungen begegnen, Unterstützungsstrukturen gestalten. In T. Irion, M. Peschel & D. Schmeinck (Hrsg.), Grundschule und Digitalität. Grundlagen, Herausforderungen, Praxisbeispiele Frankfurt: Grundschulverband, S. 344-355. 

Pohlmann-Rother, S., Lange, S. D., Ade, L. & Then, D. (2021). Medienpädagogische Professionalisierung im Intensivpraktikum. Qualitative Ergebnisse zur Förderung medienpädagogischer Überzeugungen von Lehramtsstudierenden. In C. Reintjes, T.-S. Idel, G. Bellenberg & K. V. Thönes (Hrsg.), Schulpraktische Studien und Professionalisierung zwischen Kohärenzambitionen und alternativen Zugängen zum Lehrberuf – inter- und transdisziplinäre Perspektiven auf aktuelle Programmatiken der Lehrer*innenbildung. Münster: Waxmann, S. 182-206.

Laufende Dissertations- und Habilitationsprojekte

Im Projekt wird das Ziel verfolgt, das Feedback und die individuelle Unterstützung durch KI im Schreibunterricht der Grundschule zu untersuchen. Ausgehend von einem Unterrichtssetting, in dem Grundschülerinnen und Grundschüler Rückmeldungen zu ihren Schreibprodukten durch einen Chat-Bot erhalten, werden

  • die kommunikativen Prozesse der Lernenden untereinander sowie mit dem Chat-Bot untersucht,
  • die Textüberarbeitungsprozesse vor dem Hintergrund des KI-Feedbacks analysiert und
  • die Perspektiven der Lernenden auf das erhaltene Feedback durch den Chatbot in den Blick genommen. 

Im Fokus des Forschungsprojekts stehen Kooperationsgespräche, die im Rahmen des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule zwischen verschiedenen Professionen wie pädagogischen Fachkräften, Grundschullehrkräften und SonderpädagogInnen geführt werden. Obwohl solche Gespräche in vielen Einrichtungen Teil bestehender Kooperationsstrukturen sind (z.B. Ahtola et al. 2011; Faust et al. 2012), liegen bislang keine wissenschaftlichen Befunde zu ihrer konkreten Gestaltung in der Praxis vor. Das Projekt setzt an dieser Forschungslücke an, indem regulär stattfindende Gespräche bestehender Teams und Netzwerke audio- und/oder videografisch erfasst und anschließend systematisch beschrieben und analysiert werden.

Aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) gewinnen Kompetenzen zur Anwendung und kritischen Reflexion von KI-Systemen zunehmend an Bedeutung (Ng et al., 2021) Im Zuge dieser Entwicklungen wird im internationalen Forschungsdiskurs von AI-Literacy als zentrale Zukunftsfähigkeit gesprochen (Long & Magerko, 2020). Trotz ihrer bildungsbereichsübergreifenden Relevanz bestehen insbesondere für die Grundschule konzeptionelle Defizite (Yim, 2024). 

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Dissertationsprojekt das Ziel, das Konstrukt AI Literacy für den Grundschulkontext differenziert zu beschreiben, relevante Subdimensionen empirisch zu fundieren und zu operationalisieren. Als Grundlage für dieses Vorhaben wird zunächst auf Basis eines systematischen Reviews ein grundschulspezifisches Framework abgeleitet. Darauf aufbauend wird ein Messinstrument zur Erfassung von AI Literacy und ihrer Teilfacetten entwickelt und empirisch überprüft.

Grundschulkinder begegnen im Internet zunehmend Onlineinhalten, die kritisch bewertet werden müssen, wie beispielsweise täuschenden oder werbenden Inhalten. Um Bewertungskompetenzen frühzeitig in der Grundschule anzubahnen, benötigen Lehrkräfte fundierte Kenntnisse über die Lernvoraussetzungen ihrer Schülerinnen und Schüler. Das Ziel des Dissertationsprojektes besteht darin, ein Messinstrument für Grundschulkinder der dritten und vierten Jahrgangsstufe zu entwickeln und empirisch zu evaluieren, das Lehrkräfte in ihrem Unterricht einsetzen können.

Die voranschreitende Digitalisierung und das Zurechtfinden in ihren Strukturen wird auch zunehmend für Grundschulkinder wichtig, um digitale Medien produktiv zu nutzen und so die von digitalen Medien geprägte Welt „aktiv mitzugestalten“ (Irion & Kuzu, 2025). Bisher steht eine differenzierte Betrachtung digitaler Gestaltungskompetenz und ihrer Erfassung insbesondere für Kinder im Grundschulalter noch aus (Köhn et al., 2020).

Das Ziel des Dissertationsprojekts ist daher, zunächst das Konstrukt ‚Digitale Gestaltungskompetenz‘ mithilfe eines Systematic Reviews zu konzeptualisieren und zu operationalisieren.  Anschließend wird auf dieser Datengrundlage ein standardisiertes Messinstrument zur Erfassung von Digitaler Gestaltungskompetenz im Grundschulalter entwickelt.

In dem Dissertationsprojekt wird die elterliche Perspektive auf den Übergang ihrer Kinder von der Grundschule in die weiterführenden Schulen untersucht. Im Fokus steht die Perspektive von Eltern mit Fluchterfahrung auf die Beratung im Übergang und die Formation der Bildungsentscheidung für eine weiterführende Schule. Die Studie ist qualitativ längsschnittlich angelegt und basiert auf leitfadengestützten Interviews von drei Datenerhebungsphasen.