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Deutsch Intern
    Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik

    Die Einschulungsberatung im Kontext der Inklusion. Bildungsberatung und Entscheidungsprozesse frühpädagogischer Fachkräfte beim Schuleintritt von Kindern mit Beeinträchtigung

    Ansprechpartner

    Daniel Then, Universität Würzburg

    Projektlaufzeit

    seit 2020

    Kurzbeschreibung

    Der Schuleintritt gilt als bedeutende Statuspassage in der Bildungsbiografie heranwachsender Menschen. Im Kontext der Inklusion kann der Einschulungsberatung der frühpädagogischen Fachkräfte im Kindergarten besondere Bedeutung zukommen. So bietet die Einschulungsberatung die Möglichkeit, Eltern aktiv in die Gestaltung des Übergangsprozesses einzubinden und einen Rahmen für Elternbeteiligung zu schaffen, die für den erfolgreichen Verlauf inklusiver Übergänge zentral ist (Albers & Lichtblau, 2014). Obwohl Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung vor der Einschulung erhöhten Beratungsbedarf anzeigen (Kron & Papke, 2006), ist bislang kaum etwas über die Einschulungsberatung frühpädagogischer Fachkräfte unter den Bedingungen der Inklusion bekannt.

    Im vorliegenden Dissertationsprojekt wird dieses Forschungsdesiderat in den Blick genommen, indem die Einschulungsberatung auf inhaltlicher und organisatorisch-formaler Ebene analysiert wird. Folgende übergeordnete Fragestellungen sind leitend:

    1. Welche individuellen Konzepte von Beeinträchtigung und Inklusion auf Seiten der frühpädagogischen Fachkräfte liegen der Einschulungsberatung für Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung zugrunde?
    2. Wie ist die Einschulungsberatung von frühpädagogischen Fachkräften für Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung aus Sicht der Fachkräfte inhaltlich und formal gestaltet?
    3. Wie entscheiden frühpädagogische Fachkräfte, ob sie Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung in der Beratung den Regelschulbesuch, den Förderschulbesuch oder eine Zurückstellung für ihre Kinder empfehlen, und inwieweit kooperieren die Fachkräfte bei der Entscheidungsfindung mit weiteren Personen und Institutionen?

    Da im Forschungsprojekt die subjektiven Deutungs- und Entscheidungsprozesse der frühpädagogischen Fachkräfte im Mittelpunkt stehen, wird in der Studie ein qualitativer Forschungszugang gewählt. Zur Klärung der Fragestellungen werden leitfadengestützte Interviews geführt. Da die frühpädagogischen Fachkräfte in der Einschulungsberatung als Professionelle mit spezifischem Rollenwissen auftreten und somit nach einem engen ExpertInnenbegriff (Przyborski & Wohlrab-Sahr, 2014) ExpertInnen für die Einschulungsberatung sind, werden die Interviews als ExpertInneninterviews geführt (Meuser & Nagel, 2009). Die Interviewdaten werden inhaltsanalytisch ausgewertet (Kuckartz, 2018) und eine Typenbildung durchgeführt (Kluge, 1999). Das Ziel ist es, unter den Fachkräften verschiedene Beratungstypen zu identifizieren und als Idealtypen darzustellen.